Fundraising mit Video-Content am Beispiel der Caritas

Fundraising beschreitet im Online-Bereich immer spannendere Wege. Wer diese Entwicklung verschläft, wird in Zukunft großartige Möglichkeiten verpassen. Ich habe vor Kurzem für die Caritas Steiermark zum ersten Mal ein Video als Spendenaufruf speziell für Facebook produziert und dort veröffentlicht. Die Ergebnisse sind überwältigend.

Im Mai war ich zu Gast bei der Agentur Unruly in London. Eine meiner Lehrenden des Studiengangs Content Strategy, Lisa Moore, hat dort zu einer sehr spannenden Podiumsdiskussion zum Thema „Mobile Video Content“ geladen. Die Teilnehmer und Zuseher waren sich einig: Video-Content ist jetzt schon riesig und es deutet alles darauf hin, dass er weiter wachsen wird.

Publikum und Gäste bei einer Podiumsdiskussion
Podiumsdiskussion zu Mobile Video Content bei Unruly in London am 10. Mai 2016 (c) Krenker

Videos speziell für Social Media produziert

Ein paar Monate zuvor: Hubert Weitzer von FeinkostMEDIA leitet in unserem ersten Semester eine Lehrveranstaltung zum Thema Video und Multimedia im Web. Die Einstellung ist dieselbe. Hubert brachte uns dann noch dazu bei, wie man speziell für soziale Medien Videos produziert. Hier ging es weniger um Technik, sondern eher um Inhalte und Prozesse.

Hubert Weitzer (l.) und Birgit Parade bei einer Lehrveranstaltung an der FH JOANNEUM in Graz
Hubert Weitzer (l.) und Birgit Parade bei der Lehrveranstaltung „Video und Multimedia im Web“ (c) Lea Dvorsak

Mein Studienkollege Paul Felberbauer hat auf unserem Studiengangs-Blog Hubert Weitzers Lehrinhalte zusammengefasst: „Video – passende Formate für Social-Media-Plattformen“. Ich habe mich an diese beiden der dort beschriebenen Guidelines gehalten:

1. „Mit Kürze Mehrwert erzielen“

Zuerst hatten wir geplant, das Video ca. 30 Sekunden lang zu gestalten. Wegen der Länge des Songs und des Erklärungsbedarfs ist es dann 1:10 Minuten lang geworden – auch noch kurz, für Facebook genau richtig.

2. „Guter Sound und Text-Inserts“

Michael Niedermair ist Zivildiener in der Abteilung „Kommunikation & Fundraising“ in der Caritas. Er ist grafisch wahnsinnig talentiert und beginnt im Herbst an der Universität für angewandte Kunst in Wien zu studieren. Deshalb habe ich ihn gebeten, die Text-Inserts für das Video zu machen, die die Aussage des Videos prägen. Er hat sich hierbei an unser Corporate Design gehalten. Robert Steinberger, Sänger meiner Band Gnackwatschn, hat außerdem noch einen eigenen Song für das Video geschrieben. Ich habe ihm einen Referenz-Song geschickt und er hatte das Ding innerhalb einer Woche fertig.

Mit diesen Vorgaben im Kopf haben wir dann das Video gestaltet. Ich habe auch noch Manuel Leitner gebeten, mir zu helfen. Er ist unser Video-Experte für meine Band Gnackwatschn, der auch beim Musikvideo „Schwoaz Weiß“ stark beteiligt war.

Dringender Bedarf als Ausgangslage

Im Herbst 2015 wurde im Unterrichtsministerium beschlossen, dass unbegleitete, minderjährige Flüchtlinge (UMF) in Österreich nach ihrer Schulpflicht nicht mehr in die Schule – in den meisten Fällen in ein Polytechnikum – gehen dürfen. Innerhalb von zwei Wochen wurden sie aus den Klassen gekickt. Damit entfällt für sie auch die Schülerfreifahrt für die öffentlichen Verkehrsmittel.

Um zu den Deutschkursen zu kommen, müssten sie also ein Fahrrad haben oder die Bimtickets zahlen. Bei einem Taschengeld von 150€ monatlich für Essen, Kleidung und andere Kosten (eigentlich alles außer die Unterkunft) ist das praktisch unleistbar.

Diese Situation hat uns Kirsten Reiterer in einer Mail geschildert, die Teamleiterin des UMF-Flüchtlingsquartiers am Hilmteich in Graz. Sie hat um Hilfe gebeten. Da ich schon länger überlegt hatte, wie wir mit Video-Content in der Caritas Steiermark arbeiten könnten, bin ich auf diese Umsetzung gekommen.

Ergebnis

Meine Erkenntnis aufgrund der großartigen Rückmeldungen und der Reichweite war:

Auch und vielleicht besonders im Fundraising ist Video-Content – besonders mobile – ein wichtiges Element. In Zukunft wird man nicht mehr darauf verzichten können.

Denn: Das Video wurde innerhalb einer Woche mehr als 11.000 Mal auf Facebook aufgerufen und über 1.500 Mal auf YouTube angesehen. Auf das YouTube-Video sind die User über die Landingpage gekommen. Diese wurde außer Verlinkungen auf Facebook und Startseite nicht besonders beworben. Wie bereits geschrieben: Das Video wurde für Facebook gemacht. Das hat funktioniert.

 

Die Landingpage des Projekts auf caritas-steiermark.at
Die Landingpage des Projekts auf caritas-steiermark.at

Vergleich der Social Media Statistiken

In den Facebook Insights habe ich die Woche der Video-Veröffentlichung mit dem restlichen Zeitraum verglichen. Die Reichweite ist um 640 Prozent höher als in jeder anderen Woche der Facebook-Seite der Caritas Steiermark. Wir haben keine bezahlten Anzeigen. Das heißt, die Reichweite ist rein organisch.

Grafik zur Darstellung der Facebook-Reichweite
Die durchschnittliche Reichweite in der Woche der Video-Veröffentlichung ist um 640 Prozent höher als im vergangenen Zeitraum.

 

Ich finde das einfach großartig und werde mich bemühen, immer mehr auf Video Content zu setzen. Auf hochqualitativen Video Content, um genau zu sein.

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Ein Gedanke zu “Fundraising mit Video-Content am Beispiel der Caritas

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