So haben wir das Musikvideo zu Schwoaz Weiß gemacht

Am 26. Februar haben wir als Gnackwatschn ein neues Musikvideo zu unserem Lied „Schwoaz Weiß“ vom neuen Album „Im Talon“ veröffentlicht. Ein Rückblick zur Entstehung des Videos.

Musikvideos sind das wahrscheinlich wichtigste Aushängeschild einer Band, beziehungsweise sind sie es geworden. Ich merke das, weil die Leute bei Live-Konzerten jene Lieder am meisten feiern, die auf YouTube zu sehen sind. Nur ein kleiner Teil der Fans hat das aktuelle Album wirklich durchgehört.

Die Leute feiern bei Live-Konzerten jene Lieder am meisten, die auf YouTube zu sehen sind.

Gerade deshalb müssen wir besonderen Wert auf die Musikvideos legen. Das ist nicht immer einfach. Ideen gibt es zwar zuhauf. Finanziell sieht es aber anders aus. Pompöse Musikvideos können enorm viel kosten.

Unser Video zu „Guate Oite Zeit“ zum Beispiel hätte uns 20.000 Euro oder mehr aus der Tasche ziehen können, wenn das nicht ein Projekt für das SAE Institute von Bene Missmann und Martin Weissenbacher gewesen wäre und wenn nicht insgesamt über 80 Leute gratis mitgemacht hätten. Regie, Drehbuch, Licht, Maske, Schauspieler, Statisten, Jongleure – alles freiwillig. Danke noch einmal dafür!

Wenn man also einen kurzen, erschrockenen Blick auf das Bandkonto wirft, muss man einfallsreich werden. Wie kann ich möglichst billig ein möglichst gutes Video produzieren? Ehrlich gesagt war das die Grundlage von #SchwoazWeiß.

Wir mussten uns bewusst werden, was wir hatten:

Und wir mussten uns bewusst werden, was wir nicht hatten:

  • Geld

Die Idee

In den darauf folgenden Diskussionen haben wir viele Ideen aus finanziellen Gründen wieder direkt in den Boden gestampft. Der erste Gedankengang war immer: Welche Leute und welches Equipment brauchen wir dafür und wie viel kostet es?

Also, die für uns logische Schlussfolgerung: Wir arbeiten mit nur einer Kamera-Einstellung.

Vorbilder hierbei waren natürlich OK Go mit „Here It Goes Again“ und all ihren anderen Videos mit nur einer Kamera-Einstellung, aber auch Vampire Weekend mit ihrem Video zu „A-Punk“.

Um dann noch den Text zu unterstützen, wollten wir unbedingt mit Schwarz-Weiß-Effekten arbeiten. Und um diese zu verstärken, wollten wir möglichst viel Farbe ins Video bringen. Ziemlich schnell kam uns dann die Idee mit den verschieden farbigen Morpshuits. Allzu viel Story wollten wir nicht reinbringen, da der Text schon sehr aussagekräftig ist. Also beschlossen wir, ein Tanzvideo zu machen.

Was uns jetzt noch fehlte, waren die Choreografie, die Morphsuits und ein möglichst weißer Hintergrund.

Die Choreografie

Dani Leskowschek (Bass, Gesang) und ich haben uns irgendwelche blöden Tanzbewegungen überlegt. Ehrlich gesagt haben wir von Tanz keine Ahnung, deswegen war die Choreografie für uns einer der Knackpunkte. Es war uns aber bewusst, dass dieses Video einfach mit Humor genommen werden sollte.

Nach ein paar gesammelten Ideen haben wir uns mit der ganzen Band im Proberaum verbarrikadiert und in einigen Sessions von je zwei bis drei Stunden Dancemoves probiert, bis die gesamte Choreografie gestanden ist.

Nun hieß es nur noch: üben, denn die größten Tanztalente sind wir wirklich nicht, wie uns in diesem Moment bewusst wurde.

Das Studio

Die Morphsuits waren schnell bestellt.

Wie aber sollten wir den weißen Hinter- und Untergrund zusammenbekommen? Und das, ohne Geld auszugeben? Bene Missmann, der auch Guate Oite Zeit gemacht hat, hat mir dann das dockyard Studio in Wien empfohlen.

dockyard Studio Raum

Das Studio und das Licht waren perfekt für unsere Anforderungen und nicht übermäßig teuer. Max Smolina hat uns als Lichttechniker kurz ausgeholfen, ist aber bereits nach einer Stunde wieder gegangen, weil es perfekt aussah und wir nur eine Kamera-Einstellung hatten (yay!).

Der Dreh

Beim Dreh haben wir ca. 30 Versuche pro Szene gebraucht. Für alle, die es nicht erkannt haben: Es sind zwei Schnitte im Video. Einmal, als Dani in gelb die Kamera zuhält und einmal vor dem Bläsersolo – da ist der Bildschirm kurz komplett weiß.

Hier könnt ihr sehen, was beim Dreh so passiert ist:

Die Post-Production – Schwarz-Weiß vs. Farbe

Manuel Leitner hat das Spektakel gefilmt und die Übersicht behalten. Er hat sich auch bereit erklärt, die Post-Production zu übernehmen. Die Schnitte waren schnell gesetzt. Wirklich aufwändig waren dann die Übergänge zwischen Schwarz-Weiß und Farbe.

Bei gewissen Teilen hat er einfach den Bildschirm aufgetrennt. Bei anderen Teilen, wenn sich Personen überschnitten haben, hat er in Sisyphos-Arbeit Frame für Frame bearbeitet.

Manuel Leitner

(Er arbeitet übrigens derzeit an einer Dokumentation über die Entstehung unseres Albums. Darauf freue ich mich schon sehr.)

 

Ich bin selbst ein wenig begeistert, welches Video wir wir mit wenig Geld auf die Beine konnten. Das Budget für Musikvideos wird in nächster Zeit immer gleich aussehen, deshalb werden wir uns den Do-It-Yourself-Low-Budget-Prozess gut einprägen. Mit diesen Gedanken im Hinterkopf arbeiten wir bereits an neuem Material.

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