Kurze Röcke in der Revolution

Die Rechte der Frauen sind in keinem nordafrikanischen Staat so ausgeprägt wie in Tunesien. Frauen tragen kurze Röcke und trinken Alkohol in der Öffentlichkeit. Diese Kleinigkeiten und Anzeichen für ihre Freiheit sind aber nur die Spitze des Eisbergs. Besonders die Revolution hat die tunesische Emanzipation aufgezeigt.

„Feministinnen mischen sich ins revolutionäre Geschehen ein“, schreibt die taz. Seit 14. Jänner zeigen sich die Medien stark von ihnen beeinflusst. Sie schreiben und diskutieren über Islam, Laizität, Politik und Verfassung. Doch diese Möglichkeiten haben sich für sie nicht zufällig entwickelt, sie haben geschichtliche Gründe.

Echte Frauenrechte

Kurz nach der Erklärung der Unabhängigkeit von Frankreich im Jahr 1956 erlangten Frauen das Wahlrecht. Schon zu dieser Zeit entwickelten sich feministische, staatlich anerkannte Organisationen wie die UNFT (Union Nationale des Femmes Tunisiennes). Tunesische Frauen haben Rechte, die man sonst nur aus westlichen Staaten kennt: Das Abtreibungsrecht wurde sogar gleichzeitig mit den USA 1965 eingeführt. Die Polygamie wurde mit der Unabhängigkeit verboten.

Ein emanzipiertes Bildungssystem

Die Emanzipation wird auch am Bildungssystem sichtbar. 50 Prozent aller Schulabschlüsse werden von Frauen gemacht, es gibt mehr Studentinnen als Studenten. „Perhaps most importantly, Tunisian women are well educated: their literacy rate, at 71 percent according to Unesco, is higher than that of women in any other North African country. They outnumber men among university graduates and are catching up among judges and medical doctors“, schreibt die New York Times.

„Wir haben keine Angst vor den Islamisten“

Jetzt kommen bei manchen Befürchtungen vor einer islamischen Regierung auf. Die Frauen könnten all ihre Rechte schlagartig verlieren. Sana Ben Achour, die Vorsitzende der Vereinigung Demokratischer Frauen, lässt solche Ängste nicht aufkommen, wie sie der taz mitteilt: „Wir haben keine Angst vor den Islamisten, denn wir haben ein außergewöhnliches Potenzial an Menschen in unserem Land, das bewiesen hat, dass es eine Diktatur zu Fall bringen kann. Und wir befreien uns nicht aus der einen Diktatur, um uns in einer anderen wiederzufinden.“

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